Seit 1981 arbeitet Menschen für Menschen in Äthiopien, um im ländlichen Bereich strukturelle Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen. Den aktuellen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ist die mangelhafte medizinische Grundversorgung in den ländlichen Regionen nicht ansatzweise gewachsen. Es fehlen vor allem einfachste Dinge wie Desinfektionsmittel, Decken und Bettbezüge. Um diese akute Not zu lindern, leistet die Stiftung seit März auch eine Corona-Soforthilfe.

Dr. Sebastian Brandis ist studierter Physiker und Philosoph, vierfacher Vater, gebürtiger Berliner und lebt in München. 2016 wechselte er aus der Wirtschaft in den Vorstand der Stiftung „Menschen für Menschen-Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe“.

Warum leistet Menschen für Menschen Corona-Soforthilfe?

Weil die Situation schnelle Unterstützung erfordert und der äthiopische Staat und die Menschen vor Ort sagen: Bitte helft uns!

Wie werden die Spenden eingesetzt?

Mit den Spenden werden dringend benötigte medizinische Produkte erworben und direkt in Äthiopien verteilt. So können wir den Bedarf vor Ort am besten und sofort erfüllen.

Können Sie ein Beispiel geben?

Mit einer Spende von 500 € ermöglicht man ein medizinisches Hilfspaket, das ca. 30 Menschen mit grundlegenden Hygienemitteln zum Schutz vor Corona versorgt: Masken, Desinfektionsmittel und Seifen.

Was ermöglicht eine Unterstützung von 10.000 Euro?

Vorab: Jede Spende hilft. Mit solch einem stolzen Betrag lassen sich 75 Quarantäne-Zentren mit den dringend benötigten Matratzen, Bettlaken und Decken ausstatten oder medizinische Geräte besorgen.

Laut Äthiopiens Gesundheitsministerium
stehen für über 100 Millionen Einwohner
435 Beatmungsgeräte zur Verfügung.

Wodurch ist gesichert, dass die Soforthilfe bei den Menschen vor Ort ankommt?

Wir unterstützen die Regionalverwaltungen und richten die Verteilung nach den Bedarfsplänen der äthiopischen Regierung aus, etwa besagte Bettdecken für Quarantänestationen. Aus der Perspektive unserer Lebensrealität liest sich das womöglich banal, aber dort sind solche einfachen Dinge mitunter lebensnotwendig.

Woher stammt die Verbindung zwischen Schumacher medTech und Menschen für Menschen?

Den Hans (Hans Schumacher, Gründer und Geschäftsführer) kenne ich schon 20 Jahre. Wir sind über unsere Kinder zusammengekommen, seitdem verbindet uns auch das gemeinsame Engagement für soziale Projekte. Er hat jetzt in Gräfelfing ein Café eröffnet, wo er Menschen mit Behinderung einbindet, Geflüchtete integriert und darüber hinaus der Kultur eine Bühne bereitet – das ist Hans. Er ist ein findiger Macher in allem, was er tut. Ich erlebe ihn als zugänglich und schätze sein großes Herz. Jetzt muss ich aufhören, sonst bekomm´ ich einen Rüffel – Lobhudeleien mag er nämlich nicht …

Was wünschen Sie sich?

Dass dieses Gespräch Interesse an unserer Arbeit weckt und wir viele Dankschreiben an Spender*innen verschicken dürfen.

Für die Corona-Soforthilfe der Stiftung Menschen für Menschen können Sie hier spenden.

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