Deshalb hilft unser Kollege vor Ort in Afrika und per Fernwartung über 4000 km.

Bei uns im Team von Schumacher medTech ist Klaus Berger erfahrener Experte für Röntgengeräte. Im Urlaub repariert er defekte Geräte und leistet „technische Entwicklungshilfe“, wie Berger es selbst nennt. Im März war er hierfür wieder im Tschad.

Urlaubserzählungen beginnen bei Klaus Berger manchmal anders, als man das gewohnt ist. Wenn der 56-jährige Techniker von einer seiner letzten arbeitsfreien Zeiten berichtet, erinnert er sich als erstes an „die Armut, in der die Menschen im Tschad leben und an die medizinische Versorgung. Nach unseren Maßstäben ist dies eine Katastrophe.“

Klaus Berger hilft vor Ort. Mit einem Freund, der im Tschad lebt, besucht er Krankenhäuser und kleinere Kliniken. Gemeinsam warten sie Röntgengeräte und schulen die Mitarbeiter, wie man bei Röntgenaufnahmen die bestmögliche Qualität erzielen kann.

Der Tschad ist dreimal so groß wie Deutschland. Berger zeichnet die ungleichen Dimensionen in die Luft und verdeutlicht dann mit Daumen und Zeigefinger, wie dramatisch er die medizinische Unterversorgung in diesem riesigen Gebiet erlebt hat: „Im ganzen Land gibt es zum Beispiel nur einen Kernspintomographen und zwei Computertomographen.“
„Strom ist meist da“ erzählt Berger – und relativiert dann gleich: „aber eben selten konstant“. Deshalb steht für Untersuchungen oder Operationen ein Diesel-Stromaggregat bereit, das im Notfall einspringt. Wegen der hohen Spannungsschwankungen bedarf es zusätzlicher Spannungsstabilisatoren.

Die finanzielle Unterstützung für den Tschad wurde in letzter Zeit heruntergefahren, auch die Entwicklungshilfe aus Deutschland. „Ohne die Kirchen und missionarischen Helfer wären die Menschen noch schlimmer dran“, sagt er.

Berger war schon häufig für ähnliche Hilfsdienste unterwegs. Begonnen hat es vor zwölf Jahren in Nepal. Er war in Kamerun, Zimbabwe und in vielen anderen Ländern. Irgendwann kam der Tschad hinzu, und dieses Projekt begleitet Berger noch heute. Bei seinen Reisen kommen elektronische Messmittel ins Handgepäck; die dringlichsten Ersatzteile füllen den halben Koffer. Zwischen seinen Urlauben hilft er mit Fernwartung über 4000 Kilometer entfernt – vom Landkreis Freising in den Tschad, per Email und Telefon.

„Für die Krankenhäuser und Menschen hier ist es ein unendliches Glück, wenn sie eine funktionsfähige Röntgenanlage haben.“

Dass sein Tun hilft, etwas bewirkt, das merkt Klaus Berger an der Dankbarkeit der Ärzte. Für die lebensnotwendige Diagnostik sind sie auf ein Röntgengerät angewiesen.  Zum Beispiel bei Tuberkulose, einer Krankheit, die in Europa ausgestorben ist – im Tschad nicht. „In einer Stadt mit 100.000 Einwohnern – was soll der Arzt machen, wenn das Röntgengerät nicht arbeitet? Ihm und den Menschen nutzt eben nur das Röntgenbild. Sobald das Röntgen wieder funktioniert und der Arzt anhand eines Röntgenbilds verlässlich diagnostizieren kann, hilft das vielen Menschen. Diesen Beitrag kann ich leisten.“

Unter den Hilfsorganisationen spricht sich schnell herum, dass da jemand ist, der mit den Röntgengeräten hilft. Und diese Mundpropaganda springt über kontinentale Grenzen. Letzte Woche bekam Berger einen Hilferuf aus Griechenland.

Wenn er nach Hause kommt, fühlt sich Klaus Berger reich und vor allem „glücklich mit dem, was man geholfen hat.“ Und was sagt der Chef, wenn sein Mitarbeiter anstatt auszuspannen sogar im Urlaub medizinisches Gerät in Stand setzt? „Der Hans Schumacher findet das gut“, sagt Berger lächelnd. „Ansonsten hätte mich die Firma nicht bei den Flugkosten unterstützt, oder?“

Der Tschad liegt am südlichen Rand der Sahara und ist eines der größten Länder des afrikanischen Kontinents. Mit zwölf Einwohnern pro km² gehört es zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Erde. Aufgrund der wirtschaftlich schwachen Situation gilt der Tschad als eines der am wenigsten entwickelten Länder.

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